Warum Klang wirkt

und was dich bei einem Abend im Studio 356 erwartet

Warum Klang wirkt

Klang ist das Erste, was wir überhaupt wahrnehmen. Schon im Mutterleib hören wir – lange bevor wir sehen, lange bevor wir fühlen können, was Berührung ist. Und Klang ist auch das Letzte, was am Ende bleibt. Kein anderer Sinn begleitet uns so vollständig durchs Leben.

Vielleicht trägt uns Klang deshalb so tief. Er erreicht eine Stelle in uns, die älter ist als Worte, älter als Verstehen. Man muss nichts einordnen. Der Körper hört einfach zu – lange bevor der Kopf mitkommt.

Ich habe das selbst erlebt, in einem Urlaub in Cadaqués. Eine Schamanin, ein Gongbad, ein Raum voller Klang. Ich lag da, und etwas in mir hat sich gelöst, das ich vorher gar nicht als angespannt wahrgenommen hatte. Ich bin anders wieder aufgestanden, als ich mich hingelegt hatte.

Seitdem trage ich einen Gedanken mit mir: Genau so etwas möchte ich auch schaffen. In meinem eigenen Raum.

Wie diese Reise entstanden ist

Also habe ich mich eines Tages einfach ins Studio gesetzt. Mit den Instrumenten, die ich bis dahin hatte. Und angefangen zu fühlen, wie sich daraus eine Reise entwickeln könnte.

Es war nichts, das ich mir am Schreibtisch ausgedacht habe. Ich habe gespielt, gehört, wieder von vorn angefangen. Manches hat sich sofort richtig angefühlt. Anderes musste ich wieder loslassen.

Und irgendwann war klar: Klang allein war nicht die ganze Geschichte.

Düfte begleiten mich schon viel länger. Ätherische Öle nutze ich seit Jahren – erst nur für mich privat, dann auch im Studio. Wenn ich dort arbeite, brennt fast immer Räucherwerk oder ein Räucherstäbchen. Es gehört einfach dazu, ganz selbstverständlich, wie ein zweiter Atem im Raum.

Also lag es nah, beides zusammenzubringen. Klang und Duft, zwei Sinne, die beide so unmittelbar wirken, ohne dass man etwas dafür tun muss. Und als ich es zum ersten Mal ausprobiert habe, wusste ich sofort: genau das. So ist “Sound & Sense” entstanden.

Und noch etwas war mir wichtig: dass man dabei wirklich bequem liegt. Über zwei Stunden auf dem Boden – das hätte für mich selbst nie funktioniert. Deshalb gibt es bei uns Daybeds, Decken und Augenkissen. Damit der Körper sich ganz hingeben kann, ohne irgendwo zu spüren, dass etwas drückt oder zieht.

Was dich erwartet

Ein Abend im Studio 356 dauert rund 120 Minuten. Du liegst auf einem Daybed, im Kerzenlicht, und lässt dich von Klang und Duft tragen.

Es gibt keine Vorstellungsrunde, keine Erwartungen, die benannt werden müssen. Nur ankommen. Am Ende darf ausgetauscht werden, oder auch nicht – ganz, wie es sich richtig anfühlt.

Wir sind nie mehr als acht Menschen. Nicht, weil es eng werden würde – im Gegenteil. Jeder Mensch im Raum bekommt genug Platz um sich herum, um wirklich bei sich zu bleiben. Klang braucht Nähe zueinander, aber keine Enge. Das ist mir wichtig.

Warum jetzt

Der Herbst beginnt, die Tage werden kürzer. Das Licht verschwindet früher, die Luft wird kühler, und mit ihr kommt oft auch eine andere Schwere in uns selbst. Genau das ist für mich der richtige Moment, um damit zu starten.

Wenn draußen alles dunkler wird, brauchen wir drinnen etwas, das trägt. Etwas, das uns hält, ohne dass wir dafür etwas leisten oder verstehen müssen. Kein Programm, keine Erwartung. Nur ein Raum, ein paar Stunden, und die Erlaubnis, einfach anzukommen.

Ich hoffe, ich erreiche damit viele Menschen, die genau das gerade suchen.